Diese Woche war wieder einmal sehr vollgestopft, denn auf den letzten Drücker meint man ja, noch alles mitnehmen zu müssen!
Montag bin ich nach der Arbeit mit Laura in Richtung Ñuñoa aufgebrochen Das soll ein netter Stadtteil von Santiago sein, in dem ich sogar fast mal gewohnt hätte, aber dann doch nie da war. Wir sind allerdings nie dort angekommen: erst haben Lauras noch nicht ganz abgeheilten Wanzenbisse an den Füßen in den neuen Ballerinas geblutet und dann haben wir festgestellt, dass wir den Weg doch etwas unterschätzt hatten. So sind wir dann nach ewiger und vor allem sinnloser Lauferei in ein Café im altbekannten Providencia gegangen und haben bei inzwischen schon untergegange Sonne was getrunken. Zu dem Zeitpunkt war mir dann in meinem Sommerkleidchen allerdings schon mehr nach Heißer Schokolade statt nach Eiscafé!
Am Diestag hat mich Miri von der Arbeit abgeholt und wir haben einen Stadtbummel gemacht. Ich bin da zwar schon überall tausend mal vorbeigelaufen, aber wenn man dann mal als Touristin unterwegs ist, statt mehr oder weniger unter Zeitdruck Richtung Goethe zu hetzen, sieht man eben doch nochmal einiges mehr und da Miri mich an jeder Ecke fotografiert hat, habe ich nun auch mal ein paar Bilder von Santiago…und mir. Wir waren im Viertel Patronato, an der Plaza de Armas, in der Kathedrale, am Weihnachtsbaum vor der Moneda…
…und dann war es viel zu spät für das, was wir eigentlich machen wollten: in die Ausstellung von Frieda Kahlo und Diego Rivera gehen. Es blieb nur noch Zeit für ein gemütliches Abendessen zu Hause, bei dem wir die Vorbereitungen für unsere Party nächste Woche getroffen haben.
Am Mittwoch bin ich nach der Arbeit mit drei Kolleginnen Pisco Sour trinken gewesen. Nachdem ich bisher nur die abartige Fertigvariante des selbigen Getränks kannte, habe ich nun meinen ersten frischen Pisco Sour getrunken. Pisco ist ja hier so DER Schnaps und im Pisco Sour ist dann eben noch Limettensaft oder so…ich weiß es gar nicht so genau, aber lecker war’s!
Donnerstag stand gleich der nächste Alkohol auf dem Programm. In einem Land, in dem permanent die Erde bebt, darf natürlich ein Getränk namens Terremoto nicht fehlen. Das ist eine Mischung: Whisky, Wein, ich weiß nicht was noch und oben drauf Ananaseis. Klassischerweise trinkt man dieses Getränk in Santiago in der Piojera, einer uralten Kneipe in der Nähe des Mercado Central.
So hatten wir dann recht schnell mittelschwere bis starke Erdbeben im Kopf und haben einen sehr lustigen Abend verbracht. Es erinnerte an die regelmäßigen Exzesse in England, die hier mehr als selten geworden sind. Praktikanten sind eben doch was anderes als Erasmusstudenten!
Nach einem superlustigen Abend sind wir dann ins Taxi und ab nach Hause, denn ich musste ja heute wieder fit sein für meinen letzten Tag im Goethe-Institut.
Das Erdbeben wich bis zum Morgen aus meinem Kopf und so hatte ich einen schönen letzten Arbeitstag. Vormittags habe ich noch so getan, als würde ich arbeiten, aber zu tun hatte ich eigentlich schon gestern nicht mehr viel.
Ich habe heute zusammen mit meiner Praktikumspartnerin Laura aufgehört (nicht die Laura mit der ich gereist bin, sondern eine andere) und so haben wir nach dem Mittag zwei Kuchen gekauft und zu 15h die ganze Goethe-Mannschaft in “mein” Büro eingeladen. Das kleine Zimmer war schnell voll, der Kuchen lecker und bald verschlungen. Das Chefehepaar kam mit Buchgeschenken, Anke mit den Zeugnissen, Bussi hier, noch ein bißchen Kuchen da, ein netter Plausch, ein bißchen Wehmut, aber eine schöne Feier. Plötzlich war es 17h und auch der letzte Arbeitstag vorbei.
Nun ist es vorbei und anstatt mich frei zu fühlen, bin ich glatt ein bißchen traurig. Ich habe so tolle Menschen kennen gelernt, so viel gemacht, so viel gesehen, so viel gelernt, dass es mir schwer fällt, zu gehen. Nicht nur, dass ich mich wohl gefühlt habe, ich glaube Goethe hat mich auch gemocht.
Ich werde wohl auch nächste Woche nochmal reinschauen, um mich endgültig zu verabschieden.
Aber morgen nachmittag geht es ersteinmal auf die nächste und letzte Reise vor meinem Heimflug nächsten Samstag. Wie schon mal gesagt, fliege ich morgen also endlich nach Buenos Aires, fahre Montag nach Uruguay, Dienstag zurück nach Buenos Aires und bin Mittwoch wieder in Santiago. Dann bleiben mir noch zwei Tage. Ich habe mich die ganze Zeit so auf zuhause gefreut, aber je näher es rückt, desto mehr werde ich mir auch dessen bewusst, was ich hier zurücklasse und das fühlt sich zunehmend trauriger an. Freitag abend machen wir dann aber noch eine Abschiedsparty, hier im Garten, an unserem kleinen Pool.
Aber daran mag ich nun noch nicht denken. Heute muss ich den ersten Abschied verdauen, bevor ich bereit bin für den zweiten!
Kuss,
Kristina














Dezember 3, 2008 um 10:21 pm
Hallo Kristina,
macht Spaß über deine spannenden Erlebnisse zu lesen (obwohl sie doch starkes Fernweh verursachen…). Genieß noch das schöne Wetter, hier ist es mehr als ungemütlich.
Bis bald in Berlin! Liebe Grüße,
Janet