Endlich nehme ich mir mal wieder Zeit für den Blog. Ich bin Montag Nacht aus Patagonien wiedergekommen, habe dann ab Dienstag früh gleich wieder gearbeitet, war abends auch irgendwie immer beschäftigt und bin somit zu nicht wirklich viel gekommen! Jetzt aber kommt der Bericht von meiner Reise ans andere Ende der Welt:
Letzte Woche Mittwoch sind wir also erst einmal nach Punta Arenas geflogen. Lässt man die Dörfer Ushuaia und Puerto Williams außer Acht, so ist Punta Arenas die südlichste Stadt der Welt. Und so war es dort auch als wir ankamen: trotz der über 100 000 Einwohner ein verschlafenes Nest, ein paar öde Lädchen, recht bäuerliche Bewohner, dicke Wolken, Wind und – für mich dann doch sehr beeindruckend – die Magallanstraße, dahinter nur noch Feuerland und die Antarktis. Ich fand das Gefühl, so weit weg zu sein, irgendwie sehr cool und so hatte Punta Arenas dann indirekt doch seinen Reiz.
Vorort haben wir dann ersteinmal Ordnung in unsere absolute Planlosigkeit gebracht. Wir haben uns eine Route überlegt, die in unseren Zeit- und Finanzplan passte, alle vorherigen Pläne zehnmal umgeschmissen und sind dann am Nachmittag weiter nach Puerto Natales gefahren, von wo aus wir am nächsten Tag den Bus nach El Calafate in Argentinien nehmen wollte. In Puerto Natales blies der Wind mit ganzer Kraft, so dass man fast weggeflogen ist, es hat geregnet, war kalt und öde. Das Hostel war ekelig, aber bei einer Flasche Wein und einem warmen Süppchen wurde dann schnell alles besser.
Das Problem unserer gesamten Reise war, dass die Busse da zu ganz komischen Zeiten fahren, auf manchen Strecken sogar nur ein mal am Tag und so waren wir sehr abhängig.
Nach einer Nacht in dem wohl scheußlichsten Hostel meines Lebens, naja, zumindest gleich nach der Höhle in San Pedro, sind wir am Donnerstag Mittag also in El Calafate angekommen, hatten ein nettes Hostel, in dem wir weder frieren mussten noch den beißenden Geruch von Katzenpisse (oder was auch immer es in Natales war…) einatmen musste und die Argentinier sind ja sowieso viel netter als die Chilenen! Den Tag haben wir in Calafate verbracht, sind spazieren gegangen, haben einen Kaffee nach dem anderen getrunken und ich habe mal wieder Bekanntschaft mit meinen neuen Lieblingstieren gemacht.
Am nächsten Tag stand dann der für mich spektakulärste Teil unserer Reise an: Wir haben eine Tour zu dem riesigen Gletscher Perito Moreno gemacht. Der ist von der Fläche etwa so groß, wie Buenos Aires und in regelmäßigen Abständen bricht etwas von dem Gletscher unter lautem Getöse ins Wasser. Das ist allerdings ganz natürlich, kein Klimawandel oder so, denn während der Gletscher auf der einen Seite abbricht, wächst er von der anderen in gleichem Maße nach. Wir haben den Gletscher erst von mehreren Aussichtsterrassen bestaunt und dann noch eine Bootstour gemacht, wo man dann wiklich die Brocken ins Wasser krachen sah und hörte und einen noch besseren Blick auf dieses gigantische Ding hatte.
Wir waren erschöpft von den Eindrücken, der Gletschersonne und dem Ozonloch, was in Südpatagonien, man mag es kaum glauben, da alle Welt nur von Australien spricht, das größte der Welt ist. Wieder Wein, ein gemütliches Bett und tiefer Schlaf…
Am Samstag sind wir nachmittags zurück nach Chile gefahren, wieder nach Puerto Natales, wieder Regen, dafür weniger Wind. Zum Glück war diesmal das Hostel netter, zumindest schien es netter, was sich als nicht ganz richtig herausstellen sollte, als Laura am Montag von Bettwanzen zerfressen neben mir im Flieger saß. Aber das wussten wir da ja noch nicht.
Am Sonntag haben wir dann leider nur einen Tagesausflug in den nahegelegenen Nationalpark Torres del Paine machen können. Eigentlich wandert man tagelang durch diesen Park, schläft im Zelt oder, wenn man es sich leisten kann, teuren Unterkünften, aber für all das fehlten uns Zeit, Geld und vorallem die passende Abenteurerausrüstung. Also haben wir eine seniorenähnliche Tagestour in den Park gemacht, sind hier und da ein bißchen gewandert, aber eben auch viel herumgefahren worden. So hatten wir zwar nicht das große Abenteuer, aber wir haben wenigstens recht viel vom Park gesehen. Die Landschaft da ist irreal schön: Berge, türkisfarbene Lagunen, Wasserfälle, überall Guanacos (so lamaähnliche Tiere) und es gibt wohl auch Pumas, aber die kommen ja nur nachts raus- so wie die Bettwanzen
Abends ging es dann wieder nach Puerto Natales noch eine gemütliche Nacht für mich und eine weitere Fressorgie für die Wanzen in Lauras Bett…und am Montag früh zurück, 250 km südlich nach Punta Arenas. Dort haben wir dann noch irgendwie, aber immerhin bei Sonnenschein den Tag vertrödelt, bevor abends unsere Flieger nach Santiago ging. Ich denke die Bilder allein zeigen, dass es eine Reise in eine der wohl tollsten Gegendende dieser Welt war!
Am Dienstag stand dann gleich das nächste spektakuläre Event in meinem Leben an, aber dem gebührt definitiv ein separater Artikel!

















November 22, 2008 um 8:49 am
Wahnsinns Bilder!!
Total schön… hach, da möchte man den engen Grenzen eines Schreibtisches entfliehen…