Verehrtes Publikum,
mein vorletztes (ja, ja..!) Wochenende in Santiago neigt sich dem Ende entgegen und ich sitze in kurzer Hose, mit einer Schale Erdbeeren und Milch mit meinem Laptop auf dem Balkon, um euch mal wieder auf den neusten Stand meines Lebens zu bringen und mir nebenbei die Beine zu bräunen.
Die letzte Woche im GI war sehr unspektakulär, ich war zwei mal auf der Buchmesse, was wohl die langweiligste Messe meines Lebens ist und muss morgen noch eine Schicht machen. Außerdem war Bastian Sick da, der Autor von “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod”. Ich war auf seiner Lesung, aber der Mann war mir irgendwie unsympathisch. Ein Selbstdarsteller!
Donnerstag war ich nach der Arbeit noch mit Miri im Museum, und zwar im Kulturzentrum von der Moneda, wo immer wechselnde Sachen sind. Momentan ist dort eine Ausstellung von indigenen Künstlern. Unter anderem Bilder von Guayasamin, ein ecudorianischer Künstler, dessen Namen ich zwar immer wieder vergesse, dessen Bilder ich aber dann doch kannte.
Das Dinner ging dann bis morgens um 3h, wir hatten einen supernetten Abend und waren am Ende alle schrecklich vollgefuttert, Nina ganz besonders!
Am Samstag sollte eigentlich ein entspannter Tag werden. Ich wollte Mittags zu Laura, um unsere Reise nach Patagonien zu planen und dabei ein bißchen auf dem Balkon in der Sonne zu sitzen. Doch ich hatte die Rechnung ohne meine schicken neuen Leder-FlipFlops vom Markt gemacht. Sie sind superbequem, ganz weich und sehen so harmlos aus. ABER: Da ich ja meine, immer alles zu Fuß machen zu müssen, bin ich auch wie gewohnt zu Fuß zu Laura gegangen. Das sind etwa sechs Kilometer und eigentlich laufe ich das inzwischen problemlos- nur eben nicht auf FlipFlops im Stechschritt. Als ich bei ihr ankam waren meine Füße von unten eine riesige Blase, ich konnte kaum noch laufen! Wir haben unsere Reise geplant, dazu dann, wenn ich am 17.11. wiederkomme mehr und ich bin irgendwie nach hause gehumpelt. Trotz Metro bin ich kaum noch vorwärts gekommen und als ich endlich zu hause war, hat Miri mich ersteinmal verarzten müssen. Irgendwann ging es dann zum Glück wieder und wir sind dann noch zum Supermarkt gehumpelt, um danach gemütlich zu abend zu essen. Vorm Schlafengehen habe ich meine Füße mit der juten alten Penatencreme eingeschmiert und heute war ich zum Glück wieder fit für unseren Ausflug auf den Cerro San Cristobal, einen Berg oder besser Hügel in Santiago.
Wir sind extra früh aufgestanden, um nicht in die Mittagshitze zu kommen, aber es war dann auch so ganz schön warm. Wir sind also ein ganzes Stück gelaufen, meine Füße waren fit, aber Miri leider nicht, und so sind wir das letzte Stück des Aufstiegs mit dem Teleférico, einer Art Seilbahn, gefahren und runter ging es dann mit dem Taxi. Naja, auch gut… Oben auf dem Berg steht dann die Jungfrau, eine Kapelle und es ist wunderschön, bzw. ist auch schon der Weg hinauf wunderschön. Überall Bäume, Palmen, ein Schwimmbad, was leider erst Mitte Dezember aufmacht, obwohl es jetzt schon 30 Grad sind. Und das beste ist: Man ist zwar mitten in der Stadt, aber es ist endlich mal kein Straßenlärm zu hören! Hier ersteinmal ein paar Bilder:
auf der Mitte der Strecke war dann ganz laute Musik und auf einem Platz wurde Open-Air-Aerobic auf Latinoart gemacht. Das war so cool. Auf einer Bühne standen ein paar Vortänzer und wer mitmachen wollte, konnte mitmachen. Also hat Miri mich in die Masse geschickt, um ein Foto von mir zu machen. Leider achte ich mehr auf die Kamera als auf die Vortänzerin und so bewege ich mein Bein entgegen des Takts, aber es war echt lustig: die ganzen runden Chileninnen, wie sie ihre Hüften schwingen und ich, kaum zu erkennen, dazwischen! So eine Art der Lebensfreude würde man in Deutschland wohl vergeblich suchen!
Irgendwann kamen wir dann eben mit Hilfe des Lifts oben bei der Jungfrau an.
Wir sind zur Virgen und haben dann da oben noch einen “Mote con Huesillo” getrunken. Das trinken sie hier alle: Maisartige Körner, eingelegter Pfirsich und eine zuckersüße kalte Flüßigkeit. Klingt komisch, ist auch komisch, aber war dann doch ganz lecker.
So, das war also mein Wochenende, mein Balkon ist inzwischen im Schatten und mir wird frisch, es ist ja immerhin erst Frühling, haha…! Mittwoch fliege ich also nach Punta Arenas, in die südlichste Stadt Chiles und wenn man die Dörfer Puerto Williams und Ushuaia außer acht lässt auch die südlichste Stadt dieses Kontinents. Dort werde ich mit Laura fünf Tag im Regen und bei höchstens zehn Grad wandern, aber als Entschädigung eine wohl mehr als atemberaubende Gegend mit Gletschern und türkisfarbenen Seen sehen. Montag (17.11.) komme ich wieder, denn Dienstag (18.11.) kommt Franz Beckenbauer ins GI!! Ja, echt! Kein Witz!!!
Ich schicke euch viele sommerliche Grüße!
Bis bald, Kristina













November 15, 2008 um 6:48 pm
Hallo Kristine,
ist ja toll was Du alles erlebt hast und noch erleben wirst.
Siehst blendend und gut gelaunt aus. (bleib wie Du bist)
Wünschen Dir noch erholsame und schöne Tage in Chile.
Vor allem aber eine gute Heimreise.
Es grüßen Loni und Hans